„Selbstbildnis“
Meike Brackhahn

.

„Selbstbildnis“ Assemblage; Bleistift-Zeichnung, Holz, Klaviertaste, Klaviersaite, Klavierhämmerchen, Dämpfer, Schrauben

Die Zitate auf Taste und Dämpferteil 1 stammen aus biografischen Erzählungen zweier Attentäter gegen die Weimarer Republik (Attentat auf Außenminister Walter Rathenau 1922) Sie sind verkürzt, das erste Zitat auf der Taste heißt im Original vollständig: „Was man erlernen kann, geht wieder verloren, nur das Erlebnis bleibt. Es vererbt sich und wird zur Ewigkeit in unserem Volk.“ Das Zitat auf dem unteren Dämpfer heißt „weil, was ich tue, der einzigen Kraft gegeben ist, ist alles, was ich tue, Ausfluss dieser Kraft“ und im Ursprungstext weiter: „diese Kraft will Vernichtung, und ich vernichte. Nichts bleibt mir als die schöne Härte meines Schicksals zu bekennen. 

Die Schrift auf dem oberen Dämpferteil 2 st einem Gedicht meiner Tante, die In der Zeit des Attentats s.o. geboren wurde. 

Es ist für mich eine Verschränkung von mich berührenden Einsichten, trotz der nationalistischen Sinngebung  Die Klaviertaste schlägt einen Ton an, einen Gemütsgehalt. Das Klavier ist ein kulturelles Erbe, Gefühle können weitervererbt werden. Identität knüpft an große Gefühle, in der Liebe zwischen Menschen, in der Liebe zu einem Ideal von Gemeinschaft.

„Uns“, wie ich es sehen will, ist es, die Gemeinschaft mit allen Beteiligten in einem Staat genauso wie mit Menschen in einem andern Staat oder staatlichen System anzustreben. Nur dass dies Grenzen sprengen durch die Systemwandlungen und Kriege und Krisen hindurch ein wechselnd  schmerzliches oder beglückendes Erlebnis ist.

Hannover, 28.02.2021 / Meike Brackhahn, Performance